Am 1. Mai lädt der DGB-Kreisverband Diepholz zur traditionellen Kundgebung auf den Rathausplatz in Barnstorf. Unter dem kämpferischen Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ setzt die Gewerkschaftsbewegung ein deutliches Zeichen gegen Sozialabbau und für Arbeitnehmerrechte.
Um 11 Uhr wird Matthias Müller, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Diepholz, die Kundgebung auf dem Rathausplatz eröffnen. Die Veranstaltung vereint wie jedes Jahr ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Politik und Zivilgesellschaft – ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Kampf für soziale Gerechtigkeit eine gemeinsame Aufgabe ist.
Breites Bündnis sendet Signal der Solidarität
Nach der Eröffnung werden mehrere Grußworte die Veranstaltung prägen: Alexander Grimm, Bürgermeister der Samtgemeinde Barnstorf, wird ebenso sprechen wie Bruno Hartwig, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Diepholz. Dass mit Thilo Stolte und Ella Kohring zwei Vertreterinnen der Jusos Dümmerland das Wort ergreifen, unterstreicht die generationenübergreifende Dimension der gewerkschaftlichen Forderungen. Bianca Röhrig-Kraft vom Bündnis „Wir sind mehr“ im Landkreis Diepholz wird die zivilgesellschaftliche Perspektive einbringen.
Die zentrale Mai-Rede hält Maximilian Schmidt, Geschäftsführer von Arbeit & Leben. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von den Arrested Amtsbrüdern mit ihrem Song „Wölfin“. Neben Informationsständen sorgen Imbiss und Getränke für das leibliche Wohl.
Kämpferisches Motto in wirtschaftlich angespannten Zeiten
Der bundesweite Aufruf des DGB-Bundesvorstandes macht deutlich, warum die Gewerkschaften in diesem Jahr besonders kämpferisch auftreten: „Arbeitsplätze geraten unter Druck, Standorte werden verlagert, soziale Sicherheit wird infrage gestellt“, heißt es in dem Aufruf. Gleichzeitig sollen Beschäftigte länger arbeiten, mehr leisten und mit weniger auskommen. Die Antwort der Gewerkschaften ist eindeutig: „Das machen wir nicht mit.“
Viele Beschäftigte haben Angst um ihre Zukunft und die ihrer Familien. Doch die wirtschaftliche Lage ist nicht ihre Verantwortung, betont der DGB: „Die Beschäftigten sind nicht verantwortlich für Krisen, Fehlentscheidungen oder unterlassene Investitionen. Sie sind es, die jeden Tag arbeiten – und damit den Laden am Laufen halten.“
Klare Forderungen an Arbeitgeber und Politik
Die Gewerkschaften richten konkrete Forderungen an Arbeitgeber: endlich Verantwortung übernehmen, in die Zukunft investieren, Arbeitsplätze sichern und sich zum Standort bekennen. „Unsere Arbeit schafft den Wohlstand – also müssen unsere Jobs an erster Stelle stehen“, so der DGB.
Besonders deutlich wird der Widerstand gegen Angriffe auf den 8-Stunden-Tag: „Unter dem Schlagwort ‚Flexibilisierung‘ drohen längere Arbeitstage, mehr Druck und weniger Planbarkeit“, warnt der Bundesvorstand. Die Gewerkschaften stellen klar: „Wir arbeiten genug! Der 8-Stunden-Tag schützt unsere Gesundheit, unsere Familien und unsere Freizeit. Er ist eine zentrale Errungenschaft der Arbeiterbewegung – und nicht verhandelbar.“
Sozialstaat ist Grundlage für Zusammenhalt
Auch beim Thema Rente und Gesundheitsversorgung bezieht der DGB unmissverständlich Position: „Der Sozialstaat ist kein Kostenfaktor, den man beliebig kürzen kann – er ist die Grundlage für Zusammenhalt und Stabilität.“ Wer behaupte, er sei „zu teuer“, lenke von den eigentlichen Problemen ab: einer ungerechten Vermögensverteilung und einer unzureichenden Finanzierung.
Die Forderung ist klar: „Wer ein Leben lang arbeitet, muss im Alter sicher leben können.“ Und das Gesundheitssystem müsse sich an dem orientieren, was die Menschen benötigen – „nicht an den Renditeerwartungen von Investoren“.
Gegen Abzocke bei Mieten und Lebensmitteln
Auch die steigenden Lebenshaltungskosten thematisiert der DGB scharf: „Immer mehr Menschen geraten unter Druck, obwohl sie arbeiten. Das zeigt: Der Markt regelt es eben nicht!“ Gefordert wird eine Politik, die eingreift, reguliert und für spürbare Entlastung sorgt – bei Wohnen, Energie und im Supermarkt. „Gute Arbeit muss ein gutes Leben ermöglichen“, lautet die Forderung.
Tag des Zusammenhalts und des Widerstands
Der DGB-Bundesvorstand fasst die Bedeutung des 1. Mai zusammen: „Der 1. Mai ist ein Tag des Zusammenhalts, der Solidarität, des Widerstands und des Einsatzes für den Frieden.“ Es gelte, gemeinsam für Rechte, für Würde und für eine gerechte Gesellschaft einzustehen – „laut gegen Angriffe auf Arbeitnehmerrechte, gegen Sozialabbau und gegen eine Politik, die die Interessen der Beschäftigten hintenanstellt“.
Die Kundgebung in Barnstorf ist eine von zahlreichen Veranstaltungen bundesweit, bei denen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter für sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und eine starke Demokratie auf die Straße gehen. Das Motto macht deutlich, worum es geht: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“
1. Mai 2026 in Barnstorf
Kundgebung auf dem Rathausplatz
Beginn: 11 Uhr
Quelle: Aufruf des DGB-Bundesvorstandes und Programm des DGB-Kreisverbandes Diepholz
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