Zeitschriften sind regelmäßig erscheinende Veröffentlichungen, die zu bestimmten Themen Inhalte anbieten. Sie können gekauft, abonniert oder kostenlos gelesen werden. In Deutschland gilt die „Apotheken-Rundschau“ mit einer Auflage von knapp 10 Millionen Exemplaren als die meistverbreitete Zeitschrift, sie wird umsonst verteilt und bietet vor allem viel Werbung. Es fällt ohnehin auf, dass unter den zehn auflagenstärksten Zeitschriften Deutschlanfs alleine fünf aus dem Gesundheitsbereich kommen, zwei („ver.di PUBLIK“ und die „metallzeitung“) sind Gewerkschaftspublikationen, zwei weitere sind Fernseh-Programmzeitschriften und eine ist das Mitteilungsblatt eines Auto-Clubs. Unser Vorwärts ist mit knapp 400.000 Auflage immerhin auf Platz 67 der Liste.
Zeitschriften sind praktisch: Sie sind in der Regel unterteilt in mehrere Artikel, oft zu einem Rahmenthema. Und diese Artikel können je nach Lust und Zeit gelesen werden, manche gar nicht, andere dafür sogar öfter. Und das fasziniert uns an Zeitschriften. Daher möchten wir in unregelmäßigen Abständen Artikel aus diesen Veröffentlichungen vorstellen. Dies hier sind die Zeitschriften, aus denen wir vornehmlich schöpfen:

Die Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte
„Die Neue Gesellschaft“ ist eine 1954 gegründete Zeitschrift. Im Vorwort zur Einführung lassen sich die Herausgeber so vernehmen: „Die ‚Neue Gesellschaft‘ steht links, da wo das Herz schlägt, und sie ist eine wissenschaftliche Zeitschrift … Die Herausgeber dieser Zeitschrift sind Sozialdemokraten, die Zeitschrift ist aber nicht Sprachrohr der Sozialdemokratischen Partei“. Das gilt bis heute. Mittlerweile wird die „NG“ von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben, Chefredakteur ist Richard Meng, Publizist und ehemaliger Pressesprecher des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit.
Die „Frankfurter Hefte“ wurden 1946 als Zeitschrift für Kultur und Politik gegründet und nach ihrem Erscheinungsort Frankfurt benannt, Herausgeber waren Walter Dirks und Eugen Kogon. Ziel war die Verbreitung des „Ideals des christlich-demokratischen Sozialismus“ und der katholischen Soziallehre. Sie war eine durchweg links-liberale Zeitschrift und erschien bis 1984 selbstständig. Zum 1.1.1985 wurden die „FH“ von der „NG“ übernommen, zu der sie thematisch passten. Der damalige Chefredakteur Peter Glotz hatte sich stark für die Zusammenlegung eingesetzt. Seitdem erscheint die Zeitschrift im SPD-nahen Verlag J.H.W. Dietz in Bonn. Es erscheinen acht Hefte pro Jahr (monatlich mit Doppelheften im Januar und Juli).
Im Marie-Juchacz-Treff der Bassumer SPD stehen fast komplett 50 Jahrgänge dieser Zeitschrift.
Agora42
Ein merkwürdiger Name für eine Zeitschrift. Bei Agora handelt es sich um die griechische Bezeichnung für Markt. Untertitel: „Das philosophische Wirtschaftsmagazin“. Es geht hierbei um die Vernetzung von ethischen Grundlagen und Wirtschaftsfragen. Die 42 wird Kennern des Romans „Per Anhalter durch die Galaxis“ etwas sagen… Gegründet wurde die Zeitschrift 2009 als Reaktion auf die Wirtschaftskrise von 2007/8 vom Ökonomen Wolfram Bernhardt und dem Philosophen Frank Augustin. 2019 schied Wolfram Bernhardt als Herausgeber aus: Er hatte es geschafft, in der Bürgermeisterwahl in Adelsheim (Baden-Württemberg) den seit 16 Jahren amtierenden (und sicherlich bestens „vernetzten“) und wieder kandidierenden Bürgermeister Klaus Gramlich abzulösen.
Die Agora42 erscheint viermal pro Jahr.
Mittelweg 36
Dies ist die Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Sie kümmert sich um die Vermittlung von Ideen in Wissenschaft und Gesellschaft, insbesondere von geschichts- und sozialwissenschaftlichen Themen.
Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich.
Brand eins
Die Zeitschrift wurde 1999 gegründet und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themen Wirtschaft, Arbeit, Gesellschaft und Lebensqualität. Einen Großteil machen Interviews oder Darstellungen von Lebensläufen aus. Brand eins erscheint monatlich. Seit 2023 gibt es auch eine (werbefreie!) Kinderversion von brand eins: weil, das im Kinderbuchverlag Carlsen erscheint.
„Mittelweg 36“ und „Brand eins“ haben merkwürdige Namen: Es ist jeweils die Straßenbezeichnung des Sitzes in Hamburg: Brandstwiete 1 ist die Adresse von Brand eins. Vielleicht kann es aber auch die englische Bezeichnung für Marke sein. Diese Namen müssen Hamburger Ideen sein: Denn auch die Zeitschrift „Hohe Luft“ („Für alle, die Lust am Denken haben“) erschien bis zu ihrer Zusammenlegung mit dem „Philosophie Magazin“ im Hamburger Stadtteil Hohe Luft.
Deutsche Zeitschrift für Philosophie
Diese Zeitschrift wurde 1953 in der DDR als Organ für dialektisches Denken entwickelt und im Akademie-Verlag veröffentlicht, sie stand im staatlichen System als Qualitätsorgan sehr weit oben. Nach der Wende wurde sie als Zweimonatsschrift fortgesetzt, auch das Layout wurde kaum verändert. Sie erscheint jetzt im Göttinger Wissenschaftsverlag de Gruyter. Mittlerweile gibt es gebundene Sonderhefte zu einzelnen Themen. Auch hier suchen die Herausgeber (die Liste des Beirats ist eine Aufzählung aller Größen der weltweiten Philosophie) einzelne Schwerpunktthemen.
Besonders interessant waren die Hefte 10/1989 bis 2/1990: Sie waren ja noch von der alten DDR-Redaktion angenommen und zur Veröffentlichung freigegeben. Erst langsam wandelte sich die inhaltliche Ausrichtung.
Allgemeine Zeitschrift für Philosophie
Sie erscheint seit 1976 mit jährlich drei Ausgaben. Herausgegeben wird die „AZPh“ von der Universität Hildesheim, wo auch der Redaktionssitz ist. Themenschwerpunkte wechseln je nach Ausgabe. Interessant bei dieser Zeitschrift ihre die Betonung auf Allgemeinverständlichkeit, so dass bei aller Wissenschaftlichkeit (double-blind peer review-Verfahren) nicht ausschließlich Fach-Philosophen angesprochen werden sollen.
Merkur
Der „Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken“ erscheint seit 1947 und ist damit eine der ältesten noch bestehenden deutschen Zeitschriften. Wechselnde Herausgeber und Verlage führten auch zu einer wechselhaften Ausrichtung. Der Grundgedanke aber, ausgesprochen pro-europäisch und pro-transatlantisch ausgerichtet zu sein, bleibt erhalten. Heute beschäftigt sich der Merkur in großem Umfang mit Politik und Kultur, Buchbesprechungen nehmen einen Raum ein.
Blätter für die deutsche und internationale Politik
Eine Monatszeitschrift („Politische Fachzeitschrift“), die insbesondere die Studentenbewegung der 60er Jahre beeinflusste. Die Blätter hatten eine wechselvolle Geschichte: Bis 1989 erschienen sie im Pahl-Rugenstein-Verlag, ein Verlag, der dafür bekannt war, von der DDR finanziert zu werden. Der Verlag ging 1989 in Konkurs, die Blätter allerdings gründeten sich als eigenständige Gesellschaft neu und veränderten auch ihren Inhalt, Kommentare und Berichte zu aktuellen Geschehnissen machen die Zeitschrift interessant.
Es gibt natürlich eine Menge weiterer hochinteressanter Zeitschriften, die Auswahl hier spiegelt unsere eigenen Interessen und persönlichen Vorlieben wider. Wenn wir etwas in diesen Zeitschriften gefunden haben, von dem wir annehmen, das könnte auch für andere interessant sein, werden wir hier unter der Rubrik Zeitschriftenrundschau berichten.
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